Das war's, wir sind wieder daheim.
Das war's, wir sind wieder daheim.

14.10.2013 –16.10.2013 Hanoi

 

Nachdem wir in Laos die letzten Tage entspannt haben, stand der erste Länderwechsel in Südostasien an --> jetzt war Vietnam an der Reihe. Für Vietnam braucht man ebenfalls ein Visum. Das Standartvisum ist für 4 Wochen gültig, dummerweise muss man beim Beantragen vom Visum den genauen Zeitraum angeben. Für Urlauber ist die Aufgabe mehr als einfach zu lösen, aber als Backpacker ändern sich die Pläne bekannterweise manchmal von Tag zu Tag. Also macht es Sinn, sich dieses Visum erst auf der Reise selber zu besorgen. Aber wie bekommt man das Visum ohne seinen Reisepass irgendwohin zu verschicken? Wir haben 2 Möglichkeiten gefunden, so gut wie jedes Hostel bietet einen Visum-Service an. Hendrik, Mark und Daniel haben sich zum Beispiel in Vientiane (Laos) ein Visum ausstellen lassen. Bearbeitungszeit ca. 1 – 2 Tage und 80$ Gebühr.

 

Der Vorteil bei dieser Möglichkeit ist, dass man anschließend in Vietnam über den Luft- oder Landweg einreisen kann. Wir haben, da wir auch gar nicht lang genug an einem Ort waren, uns für die 2. Möglichkeit entschieden. Im Internet findet man eine Seite die www.vietnam-destination.de heißt. Dort kann man sein Visum beantragen bzw. man erhält per Mail ein Visa Approval letter indem man nur kurz ein Formular ausfüllt (Reisepass muss nicht verschickt werden!!) und anschließend bekommt man damit dann das Visum bei der Einreise ins Land am Visa on Arrival Schalter ausgestellt. Bearbeitungszeit für den Visa Approval Letter ca. 2-3 Tage und 30 € Bearbeitungsgebühr (jedoch pro Antragsstellung und nicht pro Person, daher war es für uns € 15 pro Person) für den Internetservice sowie 45 $ pro Person bei der Einreise. Ist übrigens auch billiger als wenn man das Visum in Deutschland beantragt. Ganz wichtig an der Stelle, man muss natürlich ein Passbild und US-Dollar in der Tasche haben. Der Nachteil an dieser Möglichkeit ist allerdings dass man nach Vietnam über den Luftweg einreisen muss und zwar über Hanoi oder Ho Chi Minh Stadt. Für uns war diese Lösung allerdings kein Problem, da wir eh mit dem Flugzeug nach Hanoi wollten.

 

Als Alternative kann man zum z.B. von Luang Prabang nach Hanoi mit dem Bus (Schlafbus) fahren, der Preis liegt ca. zwischen 30 und 40€ und dauert 24 Stunden. Wir haben einen Flug für 80€ pro Nase gefunden und haben nach 1:15 Minuten Hanoi erreicht. Wir sind in den letzten Monaten so viel Bus und Auto gefahren, da brauchten wir einfach mal eine Auszeit von der Straße.

 

In Vietnam ist der Währungskurs noch extremer als in Laos, 1€ waren ca. 29.000 Dong und so sind wir dann gleichmal vom normalen Laos-Millionär zum mehrfachen Vietnam-Millionär aufgestiegen.

 

Diesmal haben wir uns bei unserer Ankunft für ein Shuttle-Service vom Hostel direkt entschieden da unsere Ankunftszeit erst spät abends war. Als wir dann endlich in unserem Shuttle waren, haben wir ziemlich schnell gemerkt, dass hier alles etwas anders läuft. Erste besondere Auffälligkeit war der Verkehr. Dass der Straßenverkehr in Asien generell etwas chaotischer ist als in Deutschland ist ja keine Frage, aber die Fahrweise in Vietnam war selbst für uns etwas gewöhnungsbedürftig. Die Fahrt vom Flughafen zu unserem Hostel dauerte etwa 35 Minuten und wären wir in Deutschland gewesen hätte unserer Fahrer in der Zeit ca. 85 Punkte in Flensburg gesammelt. Die Hupe ist ein Universal-Werkzeug, da kann selbst der Italiener noch was lernen, egal wann und wo gehupt wird, in den meisten Fällen heißt es einfach „Vorsicht ich komme“. Das 2-wichtigste Element ist die Lichthupe, selbst wenn man im Stau steht, auf die Lichthupe wird nicht verzichtet, man sieht zwar dass man gerade nicht durchkommt und alles verstopft ist, aber zur Sicherheit immer mal die Lichthupe natürlich mit Unterstützung der normalen Hupe --> Sicher ist Sicher.

Auf der Fahrbahn gibt es zwar ganz normale Fahrbahnmarkierung aber die sind wohl eher ein Vorschlag und werden nicht so ganz für ernst genommen. Unser Fahrer hat immer wieder mal eine weitere Fahrbahn eröffnet und die anderen sind ihm natürlich auf der Stelle gefolgt. So kommt es also schon mal vor dass man mit 3 normalen Spuren 5 Autos in einer Reihe findet. Dazu kommen noch die ganzen Motorrad- und Rollerfahrer und schon haben wir eine Verkehrslage, die wir in unserem Leben so noch nie erlebt haben. Wir waren sehr gespannt, ob dies nur typisch für Hanoi war oder für ganz Vietnam die Regel ist. Aber das Beste an der Sache, die Fahrer sind alle tiefenentspannt. Würde man in Deutschland jemand mit Lichthupe und Hupe nötigen, würde dieser einen alles heißen und komplett in seinem Auto ausrasten. Hier nimmt man es zur Kenntnis, man nötigt zwar einen im XXL-Format aber sich darüber aufregen steht nicht auf der Tagesordnung ist ja schließlich das Normalste der Welt:-).

 

Als Unterkunft hatten wir das Lucky Guesthouse gewählt, was aber eher ein Hotel war. Die Zimmer waren angenehm groß und sauber und das W-Lan war erstaunlicherweise sehr gut. Zum Glück war unser Zimmer im 3. Stock und somit etwas weiter vom lauten Straßenverkehr entfernt. Wir haben pro Nacht 339000 Dong bezahlt (ca. 12 Euro). Zu Hanoi selber kann man nur sagen, der schrecklichste Ort, an dem wir bis jetzt auf unserer Reise waren. Die Stadt selber ist laut, dreckig und mehr als ungepflegt. Dazu kommt dass die Einwohner von Hanoi nicht wirklich sympathisch sind. Ständig wird man von Männern auf Rollern angesprochen, ob sie einem helfen können. Grundsätzlich ist es ja nett, wenn man gefragt wird, aber diese Herren haben nichts Gutes im Sinn. Man muss ständig auf der Hut sein. Die Müllabfuhr in Hanoi funktioniert ebenfalls etwas anders, die meisten Leute schmeißen ihren Müllsack ab 22 Uhr einfach auf die Straße (natürlich ohne zu schauen) und gegen Mitternacht kommt ein Müllwagen und sammelt die Säcke dann ein. Hanoi können wir wirklich nur als Sprungbrett empfehlen. Entweder man steigt am Flughafen einfach nur um oder man bucht sich eine Tour nach Sapa (schöne Bergregion) oder eine Tour nach Halong Bay. Wir hatten von Laos aus bereits eine 2-tägige Tour zur Halong Bay gebucht. Der Plan war also, kurz eine Nacht in Hanoi zu schlafen anschließend 2 Tage Halong Bay und nach unserer Rückkehr Hanoi sofort mit dem Zug Richtung Hue zu verlassen. Aus unserer Sicht wäre jeder weitere Urlaubstag in Hanoi eine reine Verschwendung. Die Leute wollen einen einfach nur Abzocken und erschreckender Weise ist das Englisch in der Stadt mehr als unterirdisch. Entweder sprechen sie es gar nicht, haben eine Aussprache die man fast nicht versteht oder sie sind so leise das eh alles egal ist. Natürlich gehen wir nicht davon aus dass jeder in Vietnam Englisch sprechen muss. Allerdings haben wir im Hostel, Restaurant oder sonstigen Touristenplätze schon auf ein paar Wörter gehofft. Man kann also sagen, dass unsere Anreise vom schönen Laos nach Hanoi erst mal eine krasse Umstellung war. Mit der Vorfreude auf die Halong Bay haben wir dann erst mal die letzten 5 Stunden verdaut und uns ins Bett fallen lassen.

 

Am nächsten Tag wuden wir dann im Hostel für unsere Halong Bay Tour abgeholt. Wir waren erst mal recht zufrieden, dass wir Hanoi hinter uns hatten und freuten uns nun auf die Halong Bay. Die Halong Bay ist eines der Highlights von Vietnam, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Der Guide war ebenfalls englischsprachig, auch wenn die Aussprache etwas gewöhnungsbedürftig war. Von Hanoi bis zur Halong Bay sind es ca. 160km was in Vietnam ca. 4 Stunden Fahrzeit bedeutet. Die Fahrt selber war das gleiche Abenteuer wie am Tag zuvor. Auf unserer Fahrt haben wir dann noch erfahren, das Hanoi ca. 7 Millionen Einwohner hat und 4 Millionen Rollerfahrer. Auf die Frage wie viel Unfälle es so am Tag gibt, bekamen wir die Antwort, dass es pro Tag ca. 40 Verkehrstote in Hanoi gibt. Wir haben die Informationen jetzt nicht wirklich recherchiert und wissen nicht wirklich ob das stimmt, aber vorstellen können wir uns das sehr gut. Ein Straßenwechsel als normaler Fußgänger ist ja schon eine riskante Aktion. Es gibt zwar Zebrastreifen und Ampeln aber das System hat sich nicht wirklich durchgesetzt. In Vietnam werden auch die internationalen Führerscheine nicht anerkannt. Daher ist es auch nicht ratsam sich einen Roller oder sonstiges zu mieten. Im Falle einen Unfalls ist man nämlich immer der Blöde. Für uns war es aber sowieso klar, dass wir hier nicht im Straßenverkehr mitmischen wollen.

 

Auf unserer Fahrt hat uns dann der Guide unser Programm erzählt und wir haben uns erst mal die Landschaft von Vietnam angeschaut. Leider war der Himmel etwas bedeckt, was am Taifun lag, der gerade in Zentralvietnam sein Unwesen trieb. Ein Taifun selber war jetzt nichts ungewöhnliches, merkwürdig war nur die Anzahl und Stärke. Dies war bereits der 2. große Taifun innerhalb von 2 Wochen, der über Vietnam zog. Da wir uns aber im Norden aufgehalten haben und wir uns auch mehrmals vergewissert haben, ob in der Halong Bay alles sicher ist, haben wir uns keine weiteren Gedanken gemacht.

Das Boot machte einen netten Eindruck und das Essen war reichlich und gut. Unser Guide hatte uns während des Essens zum zigsten mal das Programm erklärt und dann kam ein kleiner Nebensatz der die Stimmungslage auf dem Boot zum Kippen brachte. Plötzlich sagte der Guide „Es ist gerade nicht sicher, ob wir heute noch raus fahren, weil der Taifun in Richtung Norden abdreht und wir jetzt den Wetterbericht im Fernsehen abwarten müssen und evtl. können wir erst morgen rausfahren“. Wir waren uns im ersten Moment nicht sicher, ob wir alles richtig verstanden hatten, aber selbst beim Nachfragen haben wir die gleiche Info wieder bekommen. Die Tour hatte uns pro Person 74$ gekostet. Darin war der Shuttle, eine 2 tägige Bootstour mit Übernachtung auf dem Boot, Kajakfahren und Verpflegung exkl. Getränke enthalten. Das war für uns eine Menge Geld aber die Halong Bay wäre uns das auf alle Fälle wert gewesen. Jetzt hatten wir plötzlich eine Nacht im Hafen und die kleine Hoffnung am nächsten Tag die Halong Bay zusehen. Nach einer Stunde gab es keine weiteren Informationen und ich läutete die erste Runde zur Meuterei ein und wollte wissen wie jetzt der neue Plan ausschaut und vor allem was mit unserem bereits bezahlten Geld passiert. Für den Taifun selber kann er nix, aber die Info dass der Taifun kommt war nicht wirklich neu und das Ganze mit einer „Mir doch Egal“ Einstellung vom Tisch zukehren war nicht die feine Art. Da der Wetterbericht am nächsten Tag ebenfalls Regen angesagt hat, haben wir uns dazu entschlossen die Tour abzubrechen. „Wir“ sind in dem Fall die Passagiere und nicht der Guide. Die anschließende Diskussion über eine Erstattung vom Verkaufspreis war mehr als anstrengend und langwierig und ging ziemlich an die Nerven. Am Ende hatten wir ihn dann soweit dass wir 54$ vom Preis zurück bekommen haben. Die verlorenen 21$ haben uns zwar immer noch geärgert aber am Ende war es nicht Wert sich mit dem Guide deswegen rumzustreiten. Der Guide war einfach der Pfosten unter den Pfosten. Unterm Strich sind wir 4 Stunden zur Halong Bay hin und 4 Stunden zurück gefahren und das Schlimmste an der Sache: wir waren wieder in der hässlichen Stadt Hanoi mussten dort nochmal übernachten und konnten erst am nächsten Abend mit dem Zug losfahren.

 

In diesem Moment hatte ich bereits nach 2 Tagen von Vietnam die Schnauze mehr als voll.

 

Hier ein paar Bilder von unserem Aufenthalt in Hanoi und der nicht vorhanden Halong Bay.

 

Bis die Tage

Tina und Andreas

 

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