Das war's, wir sind wieder daheim.
Das war's, wir sind wieder daheim.

05.06.2014 – 13.06.2014 Leticia/Amazonas/Manaus

 

Nach den letzten schönen Tagen in Kolumbien und einer tollen Hochzeit mit vielen tollen Überraschungen, war es dann für uns an der Zeit Richtung Brasilien zu wandern.  Da mal wieder ein Direktflug weit außerhalb von unseren Möglichkeiten lag und wir noch ein paar Tage Zeit hatten, haben wir uns für eine langsame und mehr abenteuerliche Reise nach Brasilien entschieden. Als erstes ging es mit einem Inlandsflug nach Leticia, das liegt direkt an der Grenze zu Brasilien mitten im Amazonas. Zu der Hitze im Norden von Kolumbien, haben wir einfach im Süden noch etwas Luftfeuchtigkeit dazu gepackt, warum auch nicht :-).

 

Hier hatten wir jetzt 2 Tage Zeit, um uns um unsere Bootfahrt zu kümmern. Der Plan war nämlich mit einem Boot (4Tage und 3 Nächte) über den Amazonas nach Manaus(Brasilien) zu fahren und von dort nach Salvador zum 1. Gruppenspiel gegen Portugal zu fliegen. Im Vorfeld hatten wir uns bereits erkundigt und wussten dass am 9.06. ein Boot startet.

 

Nach unserer Ankunft in Leticia haben wir allerdings nicht viel auf die Reihe bekommen, die wenigen Stunden Schlaf von der Nacht davor und die Hitze vor Ort --> kurzum wir waren einfach fertig. Wir haben uns was zum Essen besorgt und sind anschließend unter unser Moskitonetz gekrochen und bereits am späten Nachmittag in den Tiefschlaf gefallen. Da war die Hitze und alles drum rum einfach mal scheiß egal.

 

Am nächsten Tag ging dann der Spießroutenlauf los. Nach ein paar Erkundigungen haben wir dann gelernt, dass das Boot nicht in Leticia sondern von Tanganga abfährt. Dies war aber kein größeres Problem, da beide Städte quasi miteinander verschmolzen sind zu einer Stadt. Der einzig entscheidende  Punkt ist, dass Letecia in Kolumbien ist und Tanganga in Brasilien. Natürlich gibt es keine offizielle Grenze und somit ist auch ein offizielles Ein- bzw. Ausreisen gar nicht so einfach. Man kann in der Ecke zwar rumlaufen wie man will und zwischen Brasilien und Kolumbien hin und herspazieren, aber ein Stempel für den Aufenthalt gibt es nicht an der Grenze!!!! Super :-)

 

Die Lösung der ganzen Geschichte ist folgende, man geht zum Flughafen von Leticia und sagt einfach ich reise jetzt aus Kolumbien aus. Dann drückt einem der nette Beamte einen Stempel  in den Reisepass und sagt Tschüss. Als offiziell ausgereist, fahre ich zurück in die Stadt auf die brasilianische Seite und sage Hallo ich würde gerne einreisen. Mehr sollte man auch nicht sagen, wir haben nämlich den Fehler gemacht und gesagt dass wir morgen mit dem Boot nach Manaus fahren. Der Zöllner meinte dann, gut dann komm morgen wieder, heute gibt es keinen Stempel. Bitte was?? Gut, diskutieren bringt nichts, dann sind wir eben mal 24 Stunden ohne Visum oder Landesaufenthalt :-).

 

Dann geht es noch schnell zur Anlegestelle sich ein Bootsticket kaufen und eine Hängematte zum Schlafen. Für die ganze Rennerei waren wir den ganzen Tag beschäftigt und sind in der Hitze fast zerlaufen. Man muss sich schon hin und wieder zusammenreißen, dass einem kein dummer Kommentar aus dem Mund rutscht. Sagen wir es einfach so, es gibt Optimierungspotenzial bei der Ausreise von Leticia nach Brasilien über den Amazonas.

 

Am nächsten Tag ging es dann los, die Bootsfahrt hat uns für 3 Nächte und Verpflegung pro Person ca. 60€ gekostet. Der Preis ist natürlich unschlagbar aber auch eine Erfahrung fürs Leben. Privatsphäre und Platz ist im Preis nämlich nicht inbegriffen :-). Es ist einfach ein Riesendampfer auf dem ca. 280 Personen mitfahren und die Decks mit Hängematten bestückt werden. Man liegt also im wahrsten Sinne des Wortes „Arsch an Arsch“. Man hat über sich Hängematten, neben sich Hängematten und wenn einer wackelt dann wackeln alle. Muss man sich wie ein Dominospiel vorstellen (schaut euch einfach die Bilder an). Sein Zeug legt man so sicher wie möglich unter seine Hängematte und verschließt es gut. Wir haben viele Geschichten gehört, dass Leuten etwas geklaut wurde oder Sachen kaputt gegangen sind. Wir können dies zum Glück nicht von uns behaupten.

Im Gegenteil, die Fahrt war einfach genial, man muss sich einfach nur der Situation annehmen und sich ins Getümmel stürzen, dann wird das schon. Wir hatten am Anfang auch so unsere Bedenken, aber nach 10 Minuten hat man schon eine Menge Kontakte und gar keine andere Möglichkeit mehr als einfach in den Trubel einzusteigen. Diese Fahrt war auch diesmal eine echte Partyfahrt, weil das Schiff voll von kolumbianischen, englischen und brasilianischen Fußballfans war, die sich alle auf die WM freuten. Das war quasi unser Kick Off zur WM. Natürlich war das Hauptthema auf dem Boot Fußball :-). So haben wir uns also 4 Tage die Zeit mit Reden, Trinken, Tanzen und Spielen verbracht. Ich hatte mich dann noch einer Pokerrunde angeschlossen und dabei sogar wieder eine halbe Bootsfahrt gewonnen. Ein Engländer meinte nur, die Deutschen gewinnen immerJ. Das Essen an Bord war auch OK, keiner musste Hungern und für jeden war was dabei. Wir hatten auf alle Fälle eine Menge Spaß. Wir haben sogar die berühmten rosa Delphine gesehen und durften jeden Abend einen Sonnenuntergang auf dem Amazonas bewundern, der selbst uns noch die Sprache verschlagen hat. Wir hatten ja jetzt wirklich viele Sonnenuntergänge, aber diese müssen wir jetzt doch nochmal erwähnen.    

 

Kleiner Hinweis:

 

Man kann sich auf dem Schiff auch Kabinen mieten, die kosten aber mehr als das Doppelte. Die Fahrt von Manaus nach Leticia dauert ca. 8 Tage, weil es gegen die Strömung geht. 

 

Nach 4 Tagen sind wir dann in Manaus angekommen und waren bereit für die WM. So sehr uns die Bootsfahrt auch gefallen hat, aber nach 4 Tagen war dann auch genug. Einen eigenen Raum und ein normales Bett stand auf der Wunschliste wieder ganz oben. Wir hatten mit unserer Unterkunft richtig Glück. Außerhalb von Manaus hatten wir ein Apartment gefunden, welches mit einer Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Badezimmer ausgestattet war. Vom Trubel in die Einsamkeit, genau das Kontrastprogramm was wir gebraucht haben. In Ruhe kochen, entspannen und noch mal Luft holen bevor es dann los ging.            

 

Das Eröffnungsspiel haben wir uns in Manaus angeschaut. Eigentlich war der Plan, das Spiel beim Public Viewing zu verfolgen. Die Brasilianer kennen das allerdings noch nicht so wie wir in Deutschland. Das Fan Fest lag zu weit außerhalb und anstatt Stimmung in der Stadt war alles wie ausgestorben. 1 Stunde vor dem Anpfiff haben wir uns wie in einer Geisterstadt gefühlt. Keine Läden hatten mehr auf und ich meine jetzt wirklich kein einziger, selbst die Zeitungsstände und Kneipen waren geschlossen und niemand war zu sehen. Am Ende haben wir zum Glück, noch eine Straßenkneipe gefunden und konnten dort das schmeichelhafte 3:1 von Brasilien mit ein paar Bier anschauen.

 

Hier ein paar Bilder von unserer Reise zur WM

 

Bis die Tage

Tina und Andreas

 

Weiterlesen mit dem Bericht zu Salvador

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