Das war's, wir sind wieder daheim.
Das war's, wir sind wieder daheim.

18.06.2014 – 24.06.2014 Fortaleza

 

Gut gelaunt ging es dann für uns Richtung Fortaleza, natürlich mit dem Bus :-). Die Fahrt von Salvador nach Fortaleza dauerte 22 Stunden, was für uns wieder eine weitere Nacht im Bus bedeutete. Wir haben keine Ahnung wie viele Nächte wir jetzt in einem Bus verbracht haben, aber mittlerweile ist es echt zur Routine geworden. Auf der einen Seite hängt es zwar einem langsam wirklich zum Hals raus, aber auf der anderen Seite ist es wieder eine Nacht weniger für die man eine Unterkunft suchen muss. Natürlich war der Bus zum Großteil in deutscher Hand und so konnte man noch mal in Ruhe mit allen das letzte Spiel Szene für Szene durchdiskutieren und schon mal die ersten Einschätzungen für das Ghana Spiel besprechen. Das Thema Fußball ist halt einfach unerschöpflich und bietet so viel Gesprächsstoff dass selbst bei 22 Stunden Busfahrt keine große Langeweile aufgekommen ist .

 

Als wir in Fortaleza ankamen, ging es erst mal wieder darum die richtigen Busse zu erwischen. Fortaleza ist nämlich kein Deut besser als Salavdor :-). 1000 verschiedene Busse, keiner hat einen richtigen Plan, unser portugiesisch war immer noch schlecht bzw. nicht vorhanden und einen Info-Schalter gibt es nicht. Man war von der Situation schon etwas genervt und wir für unseren Teil sehr enttäuscht was die Organisation um die WM herum betrifft. Man könnte meinen, dass die Stadt völlig überrascht ist, dass während der WM ein paar Touristen kommen. Auf jede Frage, die wir zum öffentlichen Verkehrsnetz gestellt haben bekamen wir immer die Antwort „Nehmt doch ein Taxi“. Das war im Grunde die Lösung für alles, überteuerte Taxis!:-( Wir haben uns trotzdem von der Situation nicht unterkriegen lassen und uns, zum Teil zähneknirschend, durchgekämpft.

 

Für unsere Unterkünfte haben wir uns während der WM auf „Airbnb“ eingeschossen. Die Hotelpreise waren für uns ja generell nicht möglich und selbst die Hostels waren mehr als extrem. Manche Hostels haben für ein Bett in einem 10-Personen-Dorm 60€ und mehr verlangt. Airbnb ist ein Internetportal, in dem Privatpersonen ein Zimmer in ihrer Wohnung vermieten oder zum Teil sogar die ganze Wohnung.

 

In Fortaleza haben wir eine Unterkunft in einer schönen Wohnanlage mit Pool bei unserem Gastgeber Bruno gefunden. Bruno war 25 Jahre und ein richtig netter Kerl. Leider konnte Bruno nicht so gut englisch und so haben unsere meisten Gespräche über den Google Übersetzer stattgefunden. Klingt zwar jetzt etwas bescheuert, hat aber unterm Strich richtig Spaß gemacht. Besonders dann, wenn beim Übersetzer die Schwachstellen zum Vorschein gekommen sind:-). Am Ende hat man sich dann mit Technik, einem Spanisch-Portuguesisch-Mix, bzw. Händen und Füßen verständigen können. Pro Nacht haben wir bei Bruno 24€ gezahlt. Der Preis war natürlich unschlagbar und es gab uns noch zusätzlich die Chance mit Einheimischen in Kontakt zu kommen.

 

Endlich war es dann soweit und das 2. Spiel war an der Reihe. Nach dem 4:0 Auftakt ging man natürlich mit einem guten Gefühl in Partie. Die Temperaturen waren im oberen Bereich und die Stimmung vor dem Spiel rund um das Stadion war vom Feinsten. Es hat Spaß gemacht die ganzen Fans zu sehen und mit ihnen gemeinsam zu feiern. Das Spiel selber habt ihr wahrscheinlich alle selber gesehen. Ein Nervenkrieg vom Feinsten begleitet von einem ordentlichen Puls. Nach der Partystimmung von Portugal spiegelte sich ein komplett anderes Bild auf dem Rasen. Ghana hatte halt seine Hausaufgaben gemacht und so gab es am Anfang wenig Freude auf dem Rasen zu sehen und auf den Rängen ging uns die FIFA auf den Sack. Die Ordner, die ebenfalls sehr schlecht instruiert waren, haben ständig alle Fahnen abgehängt und das ohne jeden ersichtlichen Grund. Es wurde keine Werbung verhängt, die max. Maße wurden ebenfalls eingehalten und die Botschaften waren weder politisch noch beleidigend. Die Ordner konnten natürlich auch kein Englisch und waren somit nicht mal ansatzweise in der Lage sich zu verständigen. Die Sache war in unseren Augen schon sehr peinlich, wir sprechen hier schließlich von einer Fußball-WM.  Die FIFA hatte sie danach offiziell entschuldigt und gelobte Besserung, schau ma mal. Die Freude nach dem 1:0 wurde ebenfalls schnell mit dem 1:2 Rückstand gedämpft. Wenigstens konnte Klose mit seiner 15. Bude und seinem Salto die Welt wieder etwas gerade rücken. Es ist irgendwie schlecht zu erklären, wir waren zwar auf Kurs, das Spiel war richtig spannend, aber am Ende fühlte es sich mehr wie eine Niederlage  als wie ein Unentschieden an.

 

Nach dem Spiel kam noch der Hammer mit dem öffentlichen Verkehrsnetz. Die Stadt stellt Busse zur Verfügung mit genau einer Bushaltestelle. Die Schlange hatte eine Länge von ca. 2km, von der Wartezeit wollen wir mal gar nicht erst anfangen. Ihr merkt schon, in Fortaleza haben wir jetzt nicht unsere schönste WM Erfahrungen gemacht. Wir sind dann mit Motortaxis in die Stadt gefahren um dem Trubel etwas zu umgehen.           

 

Leider ist Tina in Fortaleza dann richtig krank geworden, die Klimaanlage von der letzten 22 stündigen Busfahrt war dann doch zu viel. Nicht nur die DFB-Elf hatte mit Grippe zu kämpfen auch in unserem Team gab es Ausfälle. Bereits vor dem Spiel hatte sie mit starken Halsschmerzen zu kämpfen, welche nach dem Spiel natürlich nicht besser waren und zu einer schönen Entzündung führten.  Sie hat zwar versucht sich etwas zurückzuhalten, aber am Ende kann man einfach nicht ruhig da sitzen, sondern feuert eben an was die Kehle hergibt. Komischerweise war dies auch wirklich unser erster richtiger Krankheitsfall nach 12 Monaten.

 

Am Schluss unserer der langen Reise war diese WM noch mal ein richtiger körperlicher Prüfstein für uns. Wir merkten schon, dass wir ziemlich ausgepowert waren. Sightseeing in den Städten war für uns nicht mehr wichtig. Wir hatten genug Arbeit damit uns zu organisieren --> wo können wir als nächstes billig schlafen? Wie kommen wir zum nächsten Spielort? Wir haben einfach von Spiel zu Spiel gelebt und die WM und der Traum vom Finale hat uns die nötige Motivation gegeben.  Wir haben uns dann noch 3 Tage in Fortaleza aufgehalten bevor es weiter nach Recife gegangen ist. In dieser Zeit haben wir außer der Organisation nichts, aber mal wirklich gar nichts gemacht. Für Tina hieß es wieder gesund werden (ihr ging es wirklich sau dreckig) und ich spielte Krankenpfleger und sammelte ebenfalls so viel Kraft wie möglich.                               

 

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote zum Kapitel „ jetzt bloß nicht ausflippen“.

 

Am ersten Tag in Fortaleza wollten wir uns dann doch mal das FIFA Fan Fest anschauen, welches wir auch ganz gut mit den Bussen geschafft haben. Der Rückweg stellte sich dann aber als Witz des Jahres raus. Im Prinzip zur Bushaltestelle, in den richtigen Bus einsteigen und heim fahren, klingt ja generell ganz simpel. Wir wussten sogar schon im Vorfeld unsere Busnummer und an der Bushaltestelle gab es zu unserer großen Verwunderung einen Offiziellen der uns die Busnummer nochmal bestätigt hat und uns bestätigte, dass genau dies der richtige Bus und die richtige Richtung wäre. (Bus- bzw. Routenpläne gibt es hier ja nicht) Was uns der Pfosten allerdings nicht gesagt hat, das wir an dieser Haltestelle erst mal in Richtung Buslinienende fahren, dort zusammen mit dem Busfahrer eine 45minutige Essenpause einlegen und dann wieder über die Parallelstraße von unserer jetzigen Haltestelle zurückfahren:-(. Wir sind also erst mal 1,5 Stunden einen Kreis gefahren und waren am Ende 100m weiter als beim Einstieg. Natürlich setzte dann noch der Feierabendverkehr ein und so wurden aus einer simplen 30-minütigen Heimfahrt entspannte 3 Stunden. Es gibt Momente da sagt man besser nichts!!! Besten Dank für die umfangreiche kompetente Busberatung vom Informationshirni an der Bushaltestelle. Ab diesem Punkt haben wir beschlossen, dass wir für alle Informationen und Tipps nicht mehr empfänglich sind und uns von unserem Bauchgefühl leiten lassen.

 

Hier ein paar Bilder aus Fortaleza. Bilder gibt es leider nicht mehr so viel. Wir haben uns während der WM auf das I-Phone beschränkt. Die Kamera war einfach zu groß, außerdem wollten wir jeglichen Diebstahl oder sonstige Ärgernisse nicht mehr riskieren.

 

Bis die Tage

Tina und Andreas

 

Weiterlesen mit dem Bericht zu Recife

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