Das war's, wir sind wieder daheim.
Das war's, wir sind wieder daheim.

14.08.2013–16.08.2013 Windhoek

 

Nach 2 Tagen Kapstadt hatten wir uns einigermaßen auf den neuen Kontinent eingestellt und uns auf den Weg nach Namibia gemacht. Südafrika selber wollten wir erst später genauer erforschen, da Anfang September der erste Besuch aus der Heimat ansteht:-).

Meine Mutter und Wolfgang werden die Ersten sein, die uns auf unserer Reise ein Stück begleiten. Aus diesem Grund wollten wir die Zeit bis dahin nutzen und Namibia etwas genauer unter die Lupe nehmen. Von Kapstadt nach Windhoek kommt man am besten mit dem Intercape (Busunternehmen) und weil die Fahrt laut Internet 16 Stunden dauert, fährt man mit einem sog. Sleepliner. Der Preis für die ca. 1500 km beträgt pro Nase 690 Rand (ca.53 Euro). Man kann sagen, dass der Preis mehr als fair ist. Der Platz im Bus ist mehr als ausreichend und die Sitze lassen sich ineine ziemlich gute Schlafposition zurück klappen. Pünktlich um 10 Uhr ging die Reise los und wie sich bestimmt der Eine oder Andere denken kann, waren die vorgegeben 16 Stunden eher eine Fabelzeit:-). Trotz der pünktlichen Startzeit wurde uns nach 10 Minuten Fahrtzeit erklärt, dass wir nicht wie geplant um 6:30 in Windhoek ankommen, sondern erst um 8 Uhr. Da wir ja alles andere als Zeitnot auf unserer Reise haben, war uns die Information ziemlich egal. Eine Unterkunft in Windhoek hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebucht, da wir ja einen kompletten Tag für die Suche zur Verfügung hatten (wie immer soweit der Plan:-)). Also erst mal die Sitze in Liegeposition gebracht und ein kleines Schläfchen abgehalten, da die Nacht davor an der Hostelbar sagen wir mal lang und feuchtfröhlich ausgefallen ist. Nach 4 Stunden sind wir dann auch wieder aufgewacht und haben gemerkt, dass der Bus steht, die erste Vermutung war logischerweise dass wir eine kleine Pause eingelegt haben. Aber um uns herum gab es nix, was irgendwie Sinn für eine Pause gemacht hätte --> Keine Tanke, kein Klo und kein Shop. Als wir dann merkten, dass der Busfahrer mehrmals versuchte den Motor zu starten und das ohne Erfolg war uns ziemlich schnell klar dass die Pause keine freiwillige war --> RICHTIG der Bus war am Arsch:-). Dazu kam dass unsere Reisebegleiterin, sagen wir es freundlich, mit Ihrem Job leicht überfordert war und sie sich als Geheimnisträgerin entpuppte und keinerlei Informationen preisgab wie jetzt die Reise weiter gehen soll. Nach den ersten 2-3 Stunden in der Pampa entwickelte sich unter den Reisenden ein gewisser Galgenhumor und ein paar Gerüchte über das weitere Vorgehen lagen in der Luft. Unsere Servicedame hielt sich natürlich weiter bedeckt:-). Nach weiteren 2 Stunden(also in Summe 5) kam dann ein neuer Bus. Die Info über den neuen Bus haben wir dann auch noch offiziell erhalten, als er bereits neben uns gestanden ist. Somit hielt sich natürlich die Überraschung über diese Information in Grenzen. Dann noch schnell alles umladen und weiter ging die Reise. Neue geplante Ankunftszeit ca. 13:00 Uhr --> also hatten wir noch einen halben Tag für unsere Suche einer geeigneten Unterkunft.

 

Das nächste Highlight gab es dann 1 Uhr nachts an der Grenze. Erst mal hieß es für alle, sich einen Ausreisestempel zu besorgen. Bei 60 Personen im Bus braucht das natürlich Zeit und nach gut 30 Minuten war der erste formale Akt erledigt. Was dann kam glich aber eher einem Straflager, keine Ahnung warum und weshalb, unsere Vermutung war, dass die Zöllner schlicht weg Langeweile hatten. Zuerst mussten wir unser Handgepäck aus dem Bus holen und uns in eine Reihe für die Durchsuchung aufstellen. Ein Zöllner war der Meinung das Ganze im Militärstil durchziehen zu müssen und hat dabei noch etwas rumgeschrien, der hat eindeutig zu viele Filme gesehen, aber was soll’s. Danach hatten die Jungs dann den genialen Einfall auch das komplett Gepäck zu durchsuchen, also wurde der komplette Bus ausgeräumt. Dann musste sich wieder jeder vor seinen Koffer stellen und diesen durchsuchen lassen. Am Schluss wurden die Männer noch in einen Raum geführt und auf sonstige Gegenstände abgetastet. Die Frauen durften den letzten Schritt auslassen, warum wird für immer ein Rätsel bleiben. Nach knapp 2 Stunden in der Kälte waren alle der Hoffnung, dass wir weiter zur namibischen Grenzen fahren können. Dummerweise haben die Zöllner dann doch noch einen Fund gemacht, eine Dame aus Angola war mit ca. 30 Handys im Gepäck aufgefallen. Die Zöllner meinten dann sie wollen alle Rechnungen sehen und die Nummern müsse man auch noch checken. Wir haben keine Ahnung wer am Ende die Entscheidung getroffen hat, aber die Dame wurde an der südafrikanischen Grenze zurückgelassen. Wie sagt man so schön, etwas Schwund gibt es immer. An der namibischen Grenze angekommen, hieß es wieder für alle einen Einreisestempel zu besorgen. Wie sich rausstellte war die Aufgabe nicht für jeden so einfach. Einem Passagier aus Südkorea wurde erklärt, dass er ein extra Visum braucht und nur mit seinem Pass auf gar keinem Fall über die Grenze kommt. Für ihn war an dieser Stelle die Reise beendet und er musste die nächsten 24 Stunden an der Grenze warten bis ein anderer Bus kommt und mit diesem zurück nach Kapstadt fahren. Die Entscheidung kam uns ziemlich hart vor und unser Mitleid für den armen Hund war entsprechend groß. Leider war er nicht der einzige, in Summe haben wir an der Grenze in Namibia 4 Personen verloren, plus die Dame an der südafrikanischen Grenze. Das war dann doch etwas viel Schwund auf einmal. In diesem Moment wurde uns zum erst mal klar, was ein deutscher Pass wirklich wert ist, wir reisen mit einer Selbstverständlichkeit durch die Länder und waren uns zum ersten Mal über unsere Privilegien bewusst. Neue geplante Ankunftszeit zwischen 15 und 16 Uhr, jetzt wird die Suche für eine Unterkunft etwas eng, ohhhh man.

 

Nach aufregenden 27 Stunden haben wir dann auch endlich Windhoek erreicht. Unser erstes Ziel war die Touristeninformation um eine geeignete Unterkunft zu finden, dieser Weg erschien uns auf Grund der verloren Zeit am sinnvollsten. Dort mussten wir dann feststellen, dass im Gegensatz zu Südafrika in Namibia Hochsaison ist und Windhoek aus allen Nähten kracht. Hinzu kam, dass die Preise mehr als gepfeffert waren, auch für Backpacker. Nach mehreren Versuchen durch den netten Mann in der Touristeninformation hatten wir dann ein Zimmer in einem Gasthaus gefunden. Der Preis lag natürlich völlig über unserem Budget und die Lage war auch nicht die Beste, aber wir hatten ja keine Wahl. Dafür sparten wir uns wie immer das Taxi und kämpften uns zu Fuß durch (da wussten wir leider nicht wie billig die Taxis da sind). Dummerweise gab es im Gästehaus auch kein freies Internet, sondern man musste für 45 min 20N$ bezahlen. Man kann sagen, es hat uns mal richtig kalt erwischt und wir waren etwas unter Druck, da wir hier unmöglich unter diesen Bedingungen lange bleiben konnten. Das Abklappern der verschiedenen Hostels für die nächste Nacht war ebenfalls erfolglos und die verschiedenen Safaris waren einfach zu teuer. Eine 3 tägige Safari lag Minimum bei 3500 N$ pro Nase (also ca. 265 Euro), Safaris die zwischen 3 und 9 Tagen waren, kamen daher erst recht nicht in Frage. Dazu kommt, dass in Namibia das öffentliche Verkehrsnetz nicht wirklich vorhanden ist, sprich man bucht entweder eine Safari oder mietet sich einen eigenen Wagen und macht es auf eigene Faust. Allerdings war der eigene Wagen wegen der Hochsaison auch keine Option, weil die Preise auch hier recht gesalzen waren. Namibia war dann doch etwas anders als gedacht und wir konnten mit dem Land auf den ersten Blick nicht wirklich was anfangen:-(

 

Auf Grund dieser Erkenntnisse war die Stimmung bei uns erst mal etwas Down :-(. Weil der Tag nicht mehr der Jüngste war und die Check Out Time von 10 Uhr auch recht knapp bemessen war, haben wir uns eine 2. Nacht über Budget im Gästehaus einquartieren müssen. Aber auf diese Weise hatten wir einen Tag Zeit zum Überlegen und Entscheiden gewonnen. Den Abend haben wir dann erst mal leider ohne Abendessen (man sollte ja nach Sonnenuntergang nicht mehr draußen rumlaufen und für ein Taxi waren wir auf Grund der hohen Übernachtungspreise zu geizig), dafür aber mit Rotwein sacken lassen und uns einen neuen Plan zurecht gelegt. Am nächsten Tag hieß die Lösung dann Swakopmund (eine kleine Stadt an der Küste). Die wollten wir uns eh anschauen, ein Hostel mit sagen wir mal „mit vernünftigen Preisen“ wurde uns durch Zufall empfohlen und der Intercape hatte auch noch Platz im Bus. Nachdem wir die organisatorischen Sachen unter Dach und Fach hatten, gönnten wir uns noch einen „kleinen“ Spaziergang in Windhoek. Die Stadt selber war für uns jetzt nicht der Knaller, eben eine Stadt, nicht mehr, nicht weniger.

 

Das größte Highlight aus unserer Sicht ist Joe’s Beerhouse. Wer mal in Windhoek landet und wenn es nur für eine kleine Durchreise ist, der muss diese Kneipe auf jeden Fall besuchen. Da wir auch gerade zufällig unser 2-monatiges Backpackerleben feiern wollten passte Joe’s Beerhouse mehr als in unser Konzept. Das Restaurant mit einem riesigen urgemütlichen Außenbereich ist sehr cool eingerichtet und die Atmosphäre mehr als gemütlich. Sie haben eine riesige Auswahl an internationalen Bieren, eine internationale Küche und besonders die Fleisch,- bzw. Steakliebhaber kommen in den Genuss der besten Steaks. Dazu kommt, dass die Preise mehr als fair sind. Andi hatte ein 500g Rumsteak mit Beilagen für 125 N$ (ca. 9,5 Euro) und Tina ein Pfeffersteak für den gleichen Preis. Natürlich finden auch Vegetarier was Leckeres. Nudeln gibt es schon ab 30 N$ aufwärts. Die Qualität war mehr als gut, dazu noch ein Dortmunder Bier (gab es dort wirklich) und am Ende des Abends waren wir mit Windhoek wieder etwas versöhnt. Eine kleine Bemerkung noch am Rande, der N$ und der Südafrikanische Rand sind miteinander verknüpft und haben immer den gleichen Kurs.

 

In Namibia kann man mit beiden Währungen zahlen und Südafrika nur mit Rand --> also immer schön zuerst die Namibia Dollar ausgeben ;-).

 

Bilder von unserem 2 tägigen Aufenthalt in Windhoek gibt es diesmal keine, wir waren einfach zu sehr genervt und haben auch nix richtiges für die Linse gefunden.

 

Bis die Tage

Tina und Andreas

 

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