Das war's, wir sind wieder daheim.
Das war's, wir sind wieder daheim.

01.02.2014 – 4.03.2014 Roadtrip Teil 3 Südküste

 

In Port Augusta war die Freude über das Meer so groß, dass wir erst mal die Badesachen ausgepackt haben und uns ins kühle Wasser gestürzt haben. Als neu geborene Menschen haben wir dann den nächsten Supermarkt geplündert und sind für die nächste Übernachtung zum 30km entfernten Hancock’s Lookout gefahren. Die Aussicht von diesem Lookout war wirklich gigantisch. Endlich hatten wir wieder eine fliegenfreie Zone und Zeit zum Kochen. Nudeln mit Tomatensoße und Asia Instand Suppe hatten wir nämlich mehr als satt. Das einzige was wir an diesem Aussichtspunkt nicht vermisst haben, war die Einsamkeit. So konnten wir unser Abendessen ganz alleine bei einem prächtigen Sonnenuntergang perfekt genießen.

 

Den Tag drauf hatten wir einen etwas weniger schönen Start, Black Sabbath hat uns nämlich seine treuen Dienste verweigert und keinen Laut von sich geben. Zusätzlich waren unsere beiden Handy komplett leer, wenn es dumm läuft dann richtig!! Plötzlich war die Einsamkeit nicht mehr so cool:-(.

 

7km entfernt von jeder Hauptstraße standen wir also mitten in der Pampa und hatten keine Lösung parat. Unser erster Versuch zur Straße zu laufen um dort auf Hilfe zu warten scheiterte erbärmlich an der Hitze. Die Sonne zeigte sich an dem Tag mal wieder von seiner besten Seite da nach 3 bis 4 km unser Liter Wasser schon alle war beschlossen wir umzukehren und auf jemanden zu warten. Der Plan ging auf, knapp eine Stunde später kam dann ein junger Mann der uns beim Überbrücken der Batterie geholfen hat. Leider hat sich Black Sabbath davon nicht beindrucken lassen und sich immer noch tot gestellt. Die Frage war natürlich, was ist bitte jetzt kaputt? Zum Glück durften wir sein Handy benutzen und konnten wenigstens so über Wicked Camper den Pannendienst ordern. Eine Stunde später war dann auch der Pannendienst da und mit fachmännischer Unterstützung schnurrte der Motor dann wieder. Wie sich herausstellte waren die Kontakte von der Batterie so dreckig, dass kein Stromkontakt mehr möglich war. Ende gut alles gut, kann man am Schluss nur sagen. Wir hätten zwar noch genug Essen und Trinken für eine weitere Nacht gehabt, aber so war dann doch wieder alles entspannter und wir konnten unsere Fahrt ziemlich erleichtert fortsetzen.

 

Unser nächstes Ziel war der Campingplatz in Port Parham ca. 50km vor Adaleide. Der Campingplatz liegt direkt am Meer, verfügt über Trinkwasserleitungen und Toiletten. Am nächsten Tag beim Frühstück kam dann plötzlich Don für ein kleines Schwätzen vorbei. Don kam aus Australien und hatte seinen wohlverdienten Ruhestand erreicht. Deshalb beschloss er mit seinen Frau Margaret seinen Wohnwagen zu packen und mal entspannt 2 Jahre das Land zu bereisen. Die beiden waren wirklich sehr nett und irgendwie haben wir bei ihnen wohl das Helfersyndrom ausgelöst. Er bot uns sofort an unsere elektrischen Geräte bei ihnen im Wohnwagen zu laden und plötzlich saßen wir auch schon, noch mit unseren Schlafklamotten, bei Don und Margaret vor dem Wohnwagen bei einer Tasse Kaffee. Außerdem teilten sie uns mit, dass wir ruhig auch ihren Kühlschrank benutzen dürfen, die Dusche und Waschmaschine etc. :-). Wir waren von der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Beiden mehr als überwältigt.

 

Es war einfach toll, wir sind dann fast den ganzen Tag zusammen gesessen und haben über Gott und die Welt geredet. Don wusste eine Menge über die Geschichte von Australien und war auch sehr an den Gepflogenheiten aus Deutschland und unsere bisherige Reise interessiert. Wir hatten also eine Menge Gesprächsstoff. Aus Dankbarkeit haben wir ihnen dann unseren Sandwichtoaster geschenkt. Wir selber konnten ihn nämlich nicht benutzen, weil Black Sabbath dann doch nicht so viel Strom erzeugen konnte:-(. Margaret hatte sich darüber so gefreut, dass sie uns dann am Abend direkt zu einer Sandwichparty eingeladen hat. Es war ein toller Abend und zu allem Überfluss bekamen wir auch noch ein schönes kaltes Gingerbier, welches Don selber gebraut hatte. Das Bier war eine Art Limited Edition, er hatte nämlich selber nur 24 Flaschen davon. Wahnsinn, dass er es mit uns geteilt hat. Um den Vogel dann aber noch richtig abzuschießen, kam Margaret mit einer Portion Eis mit Früchten und Vanillesoße ums Eck. Was will man mehr bzw. viel Glück kann man eigentlich noch haben? An einem Tag stehst du am Arsch der Welt mit einem kaputten Auto und am nächsten Tag sitzt du mit so freundlichen Menschen zusammen an einem Tisch und kommst mit dem Genießen gar nicht mehr hinterher.

 

Als Dankeschön haben wir den beiden dann vorgeschlagen, dass wir für sie am nächsten Abend kochen wollen. Leider ging der Versuch der Dankbarkeit mal voll in die Hose, Margaret schmettere unsere Einladung mal kurzerhand ab und teilte uns mit, dass wir morgen Abend bereits zum BBQ eingeladen sind. Wir sollen doch unser Geld sparen und uns nicht so anstellen. Wir hatten auch keine Chance auf Gegenwähr, die beiden waren einfach zu überzeugend. Am Ende einigten wir uns darauf dass wir etwas zum BBQ mitbringen dürfen.

 

Also sind wir am nächsten Morgen erst mal in den 50 km entfernten Supermarkt gefahren. Wir haben dann Mozarellakugeln entdeckt und dachten uns das passt perfekt. Der Tag selber war wohl einer der heißesten Tage, den wir an der Küste erlebt hatten. Selbst die Australier haben gestöhnt und meinten das sei heute nicht normal. Wir haben uns am Tag mehrfach mit einem Wasserkanister abgekühlt und den Abend herbeigesehnt. Als wir am späten Nachmittag dann kurz vor dem Hitzekollaps standen, kam doch tatsächlich Don aus dem Nichts mit 2 eiskalten Dosen Bier für uns an. Ein Traum!!!Was soll man da noch sagen???

Am Abend sind wir dann natürlich frisch geduscht und mit frischen Klamotten zum BBQ gegangen. Tina hatte mit ihrer Tomate Mozzarella Platte den Nagel auf den Kopf getroffen. Die beiden kannten die Variation überhaupt nicht und so konnten wir die australische Küche mit einem italischen Flair sogar noch bereichern. Es war ein grandioser Abend mit allem was dazu gehört.

 

Nach 3 Tagen in Port Parham sind wir dann weitergezogen, natürlich waren wir am Ende länger als geplant aber es konnte ja keiner ahnen dass uns solche Highlights erwarten.

 

Nächster Stop war Port Adelaide, hier gibt einen Beachspot an dem man zwar nicht campen darf, aber das Übernachten im Van geduldet wird und solange man sich nicht wie die Sau benimmt, hat auch keiner was dagegen. Manche Backpacker sind hier Monate gestanden:-). Hier haben wir am Abend Melissa und Sandro aus der Schweiz wieder getroffen. Die beiden hatten wir vor unserer Abreise in Port Parham kennengelernt. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und waren auf einer Wellenlänge, also war es nach der Deutsch-Australischen Verbindung mal Zeit für eine Deutsch-Schweizerische Verbindung. In Summe sind wir am Ende über 10 Tage zusammen an der Südküste gereist. Wir haben zusammen richtig tolle und lustige Tage verbracht. In der Nähe von Port Adelaide gibt es den George Wildlife Park. Hier hat man die Möglichkeit einen Koala zu knuddeln. Außerdem kann man Wallabys und Kängurus in einem offenen Gehege füttern. Der Park ist richtig toll und man kann hier gut und gerne einen kompletten Tag verbringen. Der Eintritt kostet 15A$ (ca. 10,10€) pro Person und ist eine richtige runde Sache. Einen Ausflug nach Hahndorf kann man sich als Backpacker eigentlich sparen. Hahndorf ist eine deutsche Kolonie und die Hoffnung auf einen gescheiten Biergarten hatte sich leider nicht erfüllt. Deshalb sind wir nach einem kleinen Spaziergang ziemlich schnell abgezogen und haben uns zurück in unsere Backpacker Welt verzogen.

 

Der Vorteil am zusammenreisen ist das Kochen. Für ein paar Doller mehr ist man in der Lage ein Essen für 4 Personen mit wesentlich besserer Qualität zu kochen. Wir haben uns dann mit Melissa und Sandro immer abgewechselt. Mal wir einen Abend mal die anderen und so haben wir uns die kompletten 10 Tage in einen kulinarischen Kochrausch gesteigert. Wir haben uns die schönsten Campingplätze rausgesucht und uns jeden Abend mit tollen Essen und Wein gut gehen lassen. Wir hatten wirklich einen riesen Spaß und haben die Tage sehr genossen. Als Höhepunkt unserer gemeinsamen Reise stand die Great Ocean Road auf dem Plan.

 

Die Great Ocean Road gehört zu den schönsten Küstenstraßen dieser Welt, wenn nicht sogar die schönste Küstenstraße der Welt. Die Great Ocean Road erstreckt sich über ca.240km und liegt auf dem Weg nach Melbourne.Die eigentlichen Highlights der Ocean Road sind aber ziemlich dicht zusammen auf 60km komprimiert (und zwar relativ zu Beginn der Ocean Road, von der Richtung Adelaide kommend). Man sollte also genau planen, wann man mit der Tour beginnt, damit man am Ende nicht von der Dunkelheit überrascht wird und unnötig hetzen muss. Wir haben für diesen Abschnitt gute 6 – 7 Stunden benötigt. Es kommt ein Aussichtspunkt nach dem anderen und man muss wirklich jeden mitnehmen. Die berühmtesten Stellen sind die Bay of Island, Bay of Martyrs, The Grotto, London Bridge, The Arch, Loch Ard Gorge und die 12 Apostels. Man kommt zum Teil aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Schaut euch einfach die Bilder an, die sagen nämlich mehr als 1000 Worte:-).

 

Als Übernachtungstopp auf der Great Ocean Raod empfiehlt sich der Campingplatz Johanna. (Kurz hinter den 12 Apostels) Er bietet genügend Platz und ist bei Backpackern sehr beliebt. Man sollte auch genügend Proviant dabei haben, die Städte auf der Ocean Road sind nicht gerade groß und die Supermärkte ziemlich teuer. Also am besten für 2-3 Tage Essen einpacken und einfach genießen.

 

Ein weiterer gigantische Übernachtungsplatz (for free) ist die Parker Hill Camping Area. (Befindet sich im Great Otway National Park) Auf der Fahrt dahin kann man Koalas in den Bäumen beobachten. Die Besichtigung vom nahegelegen Leuchtturm haben wir uns wegen einem Eintrittspreis von stolzen 19,50A$ (ca. 13,10€)geschenkt.

 

Den letzten Abend mit unseren Freunden aus der Schweiz hatten wir dann auf dem Platz O’Briens Crossing. Der Platz liegt in der Pampa fern von jedem Funknetz an einen Fluss.(nähe Melbourne) Bei gutem Essen, Wein, Karten und einem tollen Lagerfeuer hatten wir nochmal einen richtig, richtig tollen Abend.

 

@Sandro und Melissa: Wir wünschen euch noch eine wunderschöne Weiterreise und vor allem viel Spaß mit EUREN MÜTTERNJ (kleiner Insider)

 

Für uns hieß es dann weiter nach Melbourne. Bei unserem Aufenthalt in Mexico hatten wir in einem Dorm Juliette und Andrew aus Melbourne kennengelernt und uns damals gesagt, dass sie noch bis Februar reisen und wenn wir in Australien sind sollen wir uns doch mal melden. Gesagt getan und trotz der Kurzfristigkeit wurden wir von den beiden auch gleich nach Hause eingeladen. Die erste Nacht durften wir bei Juliettes Eltern vor dem Haus im Van schlafen. Wir hatten einen tollen Abend mit den beiden und ihrer Familie und durften lauter australische Köstlichkeiten probieren und wurden mit Bier versorgt. Es gab natürlich wieder eine Menge zu bereden. Da der nächste Tag ein Sonntag war, wurden wir noch zu einem richtig tollen Frühstück eingeladen. Juliettes Vater entpuppte sich auch noch als Meister des Kaffee kochens. Welch ein Segen doch mal ein vernünftiger Kaffee sein kann. Am Nachmittag zeigten Juliette und Andrew uns die Innenstadt von Melbourne. Andrew lud uns dann noch ein auf eine weitere Nacht mit zu seinen Eltern aufs Land kommen. Da diese ein riesiges Haus besaßen, durften wir im Gästezimmer schlafen! Die Einladung haben wir natürlich dankend angenommen, die Aussicht auf ein Bett war einfach zu verlockend. Außerdem gefällt es uns immer wenn wir mit den Einheimischen in Kontakt kommen und deren Bräuche und Gepflogenheiten kennenlernen.

 

Das Anwesen von Andrews Eltern hat uns mal echt von den Socken gehauen. Ein riesengroßes Grundstück und wenn ich riesengroß sage, dann meine ich wirklich riesengroß. Das Anwesen war in Kingslake und wir waren noch nicht mal richtig ausgestiegen und wurden bereits mit Gastfreundschaft überschüttet. Hier ist euer Gästezimmer, da ist die Dusche, wollt ihr ein kaltes Bier das BBQ ist in einer Stunde fertig. Die Australier sind wirklich der Hammer, das mit Abstand freundlichste Volk auf unserer bisherigen Reise. Auch hier hatten wir einen tollen Abend, wir hatten die Chance den Sonntagabend bei einer australischen Familie zu verbringen und quasi mit Ihnen zu leben. Sowas kann man in keinem Reisebüro buchen, sowas passiert einfach.

 

Nach dem Essen erzählten sie uns die Geschichten vom sog. Black Sunday. Ein Buschfeuer welches vor 5 Jahren ausgebrochen war und vielen Menschen das Leben gekostet hat. Sie berichteten, dass viele Menschen geflohen, einige jedoch von dem Feuer überrascht wurden oder der Weg abgeschnitten wurde, so dass es doch leider viel zu viel Todesopfer gab (ich glaube 179), von den ganzen Tieren ganz zu schweigen. Sie selber haben sich dazu entschieden zu bleiben und das Haus zu verteidigen. Sie haben mehr als 10 Stunden gegen die Flammen gekämpft und konnten sich am Ende nur im Haus verschanzen und hoffen, dass alles gut geht. Bei der Betrachtung der schwarzen Bäume im Garten bzw rings ums Haus und den Bildern kann man sich wenn überhaupt nur im Ansatz vorstellen wie das gewesen sein muss. Diese Geschichte ging uns schon ziemlich nah, zumal auch viele ältere Menschen und Kinder den Flammen zum Opfer gefallen sind.

Am nächsten Tag haben sie uns dann noch ein paar Aussichtspunkte gezeigt und uns zum Kaffee eingeladen. Wir hätten dort noch ewig bleiben können, so wohl haben wir uns dort gefühlt. Die Herzlichkeit der Familie war einfach unbeschreiblich. Dennoch hieß es dann wieder zurück ins Backpackerleben.

 

Unsere letzten Tage haben wir dann in den Blue Mountains verbracht wo es auch wunderschöne Campingplätze und tolle Wanderwege gibt. Leider war das Wetter die letzten Tage nicht mehr unser Freund, Petrus hatte seine Luken geöffnet und so haben wir einfach viele Stunden im Van verbracht:-(.

 

Australien war für uns ein riesen großes Abenteuer mit Geschichten und Ereignissen mit denen wir nicht gerechnet hätten. Ein tolles Land, welches wir nur jedem empfehlen können. Für uns ist klar, wir kommen definitiv wieder zurück, schließlich gibt es ja noch eine Westküste:-). Wir haben zwar ca. 11.500 km gerissen, am Ende jedoch nur an der Oberfläche von diesem Land gekratzt.

 

Hier ein paar Bilder von unserer Tour (diesmal etwas mehr wir haben einfach so viele)

 

Bis die Tage

Tina und Andreas

 

Weiterlesen mit dem Bericht Neuseeland Nordinsel

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